Das Zauberwort heisst Inklusion

…doch gezaubert wird nicht.
Als ich mein Studium anfing, habe ich mir über die Inklusion keine Gedanken gemacht. Ich studiere auf Gymnasiallehramt und da ist das auch für viele Studienkollegen eher kein Thema. Ausserdem habe ich von der Uni aus den Eindruck, dass ich doch ersteinmal eine solide fachwissenschaftliche Basis brauche und erst darauf Zusatzwissen aufbauen kann. Ich selber beschäfte mich ja gerne mit eher praktischen Themen und mit konkreter Umsetzung.
Nach Praktika und einigen Semestern ist mir neulich aufgefallen, dass wir Studenten viel zu wenig unsere fertigen Kollegen fragen, was wir denn können sollten/ auf was es tatsächlich im Beruf ankommt und an was es uns meisten fehlt, wenn wir als Praktikanten/Referandare an die Schulen kommen.

Ich war überrascht im #edchade zu lesen, dass es wohl Einigen von uns an Basiskenntnissen im Umgang mit Medien=“Technik“ fehlt…eigentlich verstehe ich ja meine Generation als potenziell fähig…da scheint es also entsprechenden Bedarf zu geben…aber wie sieht es wohl an anderen Unis in Sachen „Vorbereitung zukünftiger LuL auf die Inklusion“ aus?

Ich muss gestehen, in Gedanken über meine berufliche Zukunft ist mir in der letzten Tagen auch vermehrt die Inklusion über den Weg gelaufen.
Auf Grund eines Erlebnisses im Praktikum
(Schüler mit unklarer Einschränkung,gefühlt im Bereich ESE/bzw ADS?,Ohne GymEmpfehlung, Eltern nicht gesprächsbereit)
spukt mir immer wieder auch so ein Gedanke in Richtung Sonderpädagogik im Kopf herum…aber, dass ich in meinem jetzigen Lehramt mit dem von Hokey geschilderten Szenario konfrontiert sehen könnte, hat mich ersteinmal aus den Latschen kippen lassen…

Natürlich sollte die Inklusion physisch beeinträchtigter so schnell wie möglich zur Selbstvertändlichkeit werden und auch SuS scheinbar? mit LRS, Diskalkylie,AD(H)S sind nicht zwingend auf einer Hauptschule richtig. Ein gesunder Personalschlüssel und ausreichen Unterstützung für SuS/Nachteilsausgleich ist vielerorts der Schlüssel zum Erfolg/Gelingen – sowohl zielgleich als auch zieldifferent.

Aber angesichts der Klassenstärken und den „Diagnosen“ untergebracht in einem Gymnasium möchte man den Kopf schütteln un fragen: „Was wird das, wenn’s fertig ist?“ Schülerorientiert und individuell sieht anders aus.
Wenn mir Mütter von Realschülerinnen (im Kontext meines Nebenjobs& in Strukturschwachen Stadt/Ortsteilen) nebenbei erzählen, dass sie den Eindruck haben ,dass ihre Töchter unterfordert seien, weil es den ganzen Tag nur um Disziplinprobleme und Stoffaufholen gehe…dann frage ich mich wie Oberschicht-Helicoptereltern an NRW-Gymnasien auf diese Art von Inklusion reagieren werden.
Nichts selektiert so sehr wie undurchdachte antiselektive Reformen und das Gefühl selbsternannter Bildungselite benachteiligt zu werden.

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4 Gedanken zu “Das Zauberwort heisst Inklusion

  1. Na, das Gejammere wegen der mangelnden Medienkompetenz der Lehramtsanwärter ist wohl eher eine Form der Selbstbeweihräucherung á la: Wir sind schon doll! Da lässt es sich leicht über das „junge Gemüse“ herziehen, wenn man vergisst, dass man selber schon zwanzig bis dreißig Jahre mit Computern arbeitet. Dass dahinter eine Menge Arbeit, viel Zeit und Erfahrung stecken, gerät dann schell aus dem Blickfeld – so wie einem Fahrrad fahren leicht vorkommt, wenn man es denn endlich kann. Vielleicht fallen einige auf ihre „digital native“-These herein und glauben, junge Menschen seien quasi natürlich mit der Fähigkeit des kompetenten Umgangs mit Medien ausgerüstet.

    Was das mit der Inklusion werden soll, das weiß ich auch nicht. Dass die Ausgrenzung am Ende unter Umständen eine härtere wird als die bisherige, das macht mir auch Sorgen – immerhin bin ich ja als Klassenlehrer dann der „Schuldige“ (sprich: der Idiot, der zwischen allen Fronten steht), wenn das Klassenklima nicht stimmt. Schöne Aussichten.

  2. Das ist ja interessant mit der Medienkompetenz. Nur woher kommt es? Ich zum Beispiel bin fit in excel, power point, GOOGLE, word sowieso, Ton-, Video- und Bildbearbeitung. Nur in der Schule benutze ich welches Medium am meisten? Mein privates Handy, das als CD Player funktioniert (um den Lautsprecher per Bluetooth anzuschließen) und den OH Projektor. Das mit der Ausleiher der mobilen Einheit ist an unserer Schule so etwas von kompliziert, dass ich darauf schlicht und einfach keine Lust habe und meinen eigenen Laptop mitzubringen und mir einen Beamer anzuschaffen sehe ich nicht ein. Lässt meine Medienkompetenz deshalb zu wünschen übrig, oder ist das eher ein €€€ Problem?

    • Hmm…ich denke, dass das an Eurer Schule dann wohl eher ein Investitionsproblem gibt…Referendare und Studenten,die wie Du die Basics beherrschen sollte meiner Meinung ja viel mehr exestieren…ich kann zum Beispiel nicht programmieren etc…das ist meiner Meinung nach auch nicht nötig ,um sich in die Funktionsweise seines Smartboards einzuarbeiten (die zwei meiner Praktikumsschulen in versch BLs hatten…und zwar fast in jedem Klassenzimmer)

      • Die wenigsten Schulen haben in jedem Raum eine „mobile Einheit“ (bestehend aus Laptop/Beamer/Lautsprechern). Wie also, kann das den Leuten zum Vorwurf gemacht werden? Wurde das noch detaillierter gesagt?

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