Unsere Geschichte(n)

Die Social Media Verantwortlichen von der Öffentlichkeitsarbeit der Israelischen Botschaft in Berln fragten bei Facebook wie man den Film „Unsere Mütter, unsere Väter“ fand, der jetzt auch in Israel zu sehen ist.

Mein Kommentar geht wie immer in die Richtung, die ihr so gut von mir kennt:
Seit ich als kleines Kind nach Deutschland kam, wusste ich,dass zwischen Deutschen und Russen „irgendsoein“ Krieg stand. Je mehr ich mich damit beschäftigte, merkte ich welche grausamen Verbrechen auf beiden Seiten begangen wurden, wie Polen durch beide immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde, welche mörderische Auswüchse die Gemeinsamkeit des Antisemtismus in Deutschland nahm und wie sehr auch in der Sowjetunion Menschen Jahrzehnte darunter zu leiden hatten. Gleichzeitig lernte ich im Schulfach Religion die multireligiosität unseres Erdenballs zu schätzen und Antijudaismus wurde für mich zu etwas völlig Absurdem, Unverständlichem.
So seltsam es klingen mag, ich hatte eigentlich das Gefühl, dass Deutschland (oder zumindest eine kleine Gruppe von Leuten) sich am ehesten seiner Veranwortung stellt auch zukünftig daran zu Erinnern und Präventivmaßnahmen ergreifen zu wollen.

Und dann wird im Film ein Deutscher Soldat/Offizier erschossen während die Russen völlig gleichgültig, ausgelassen daneben am Lagefeuer sitzen und Katjuscha singen…das Lied, welches mich als Kind überhaupt auf die Geschichte stieß, als meine Mutter mich drauf hinwies, dass ich es doch bitte nicht zum Zeitvertreib an der Haltestelle singen sollte, da ich damit die Gefühle der Deutschen verletzen könnte.

Dieser Film regt vielleicht die Vernünftigen zum Reden an (und das ja auch viel zu spät), aber ist ein absolut falsches Signal für Viele,die in ihrer „Das muss man doch auch mal sagen dürfen“-Haltung bestärkt werden wollen. Russen, Ukrainer, Polen müssen sich selbstverständlich auch mit den Schattenseite ihrer Geschichte ausseinandersetzen, aber doch nicht durch einen deutschen Zeigefinger und dann auch noch unter so einem Titel!

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