Gedenktag

Gestern um diese Uhrzeit habe ich lange überlegt, was ich zum heutigen Internationalen Holocaust Gedenktag schreiben soll.
Ausser Frage steht, dass Interkulturalität, Menschenrechtsbildung und Erinnerungsarbeit profilgebend für meine spätere Arbeit sein werden, wenn ich auch nur in die Nähe des bildungssektors kommen sollte. Aber was bringt es mir, oder irgendjemandem anderen ,wenn ich jetzt darüber schreibe? Ich habe keine konkrete Erfahrung oder auch nur die spur einer Idee…es ist mir einfach nur wichtig, dass soviele Menschen wie möglich einen Zugang zur Zeitgeschichte finden und genauso wollen,dass das nie wieder passiert.

Ich stieg heute in den Bus, um mir in der Innenstadt Kontoauszug zu holen. Vor mir saß ein normales süßes Pärchen. Zwei junge isrealische Männer um genau zu sein. Ich habe die Sprache nicht sofort entziffert und fragt nach. schnell war ich ich in ein interessantes Gespräch verwickelt. Wir fuhren am ehemaligen Oldenburger Staatsministerium forbei…dort hingen heute Flaggen- auf Halbmast. Die Nazis haben die halbe Welt ins Unheil gestürzt und so viele Menschenleben auf dem Gewissen. Und ich sitze mit einem israelischen Pärchen im Bus, welches seine Liebe frei leben darf in einen jüdischen Staat lebt und Hebräisch spricht.

Später sah ich auf phoenix, dass sich die Gedenkstunde des Bundestags dieses Mal mit der Blockade Leningrads befasste…

Etwas, was mir sonst wahrscheinlich die Tränen in die Augen getrieben hätte, wir plötzlich ganz normal:
Ein nationales Trauma der Russen, ein enormer Stolz gegenüber der Menschen, die ausgeharrt haben, die Kinder ,die Munitionsschrott sammelten…viele Deutsche waren auch lange Zeit gar nicht so weit über russische Erinnerungskultur nach zu denken. Schließlich dominierten auch die bittere Erlebnisse von Großmüttern, Erzählungen von Großvätern und das Wissen um die sozialistischen Unterjochung durch die Sowjetunion. Neben dem was verunsichernd seitens meiner Eltern an Informationen kam und dem was mir in Guido Knopps Sendungen zu denken gabe, war meinen Mitschülern auch immer sehr wichtig drauf hinzuweisen, dass die Russen viel Dreck am Stecken haben. Die Unterhaltung mit Enkelinnen von ehemaligen russischen Kriegsgefangenen im Gruppenraum unserer 5c fand ich interessant und bereichernd, als mich einer meiner Klassenkameraden meinte mich darauf hinzuweisen, dass doch schließlich Stalin viel mehr Menschen auf dem Gewissen hätte…

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